
Bei sommerlichen Temperaturen entwickelte sich zu Beginn des Spiels auf beiden Seiten kein richtiger Spielfluss. Die Hitze machte den Spielern spürbar zu schaffen, und so blieben die ersten 20–25 Minuten weitgehend ereignisarm.
Unsere Mannschaft kam nur schwer in Tritt. Abgesehen von einem Kopfball durch Schulga nach einer Ecke von Baumeister fehlte es im Offensivspiel an Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft. Der Gegner setzte auf eine stabile Defensive und hatte mit Sophie Wölfel eine auffällige Akteurin im Mittelfeld, die das Spiel der SF Kondrau immer wieder geschickt lenkte.
Eine große Chance bot sich dem Gegner nach einem kapitalen Abwehrfehler, doch Torhüter van den Dool konnte stark parieren und Schlimmeres verhindern. Als sich viele Zuschauer schon mit einem torlosen Pausenstand abgefunden hatten, schlug die SF Kondrau überraschend zu: Nach einer Freistoßflanke von rechts war es Christian Ziegler, der den Ball mit der Schulter zur 0:1-Führung ins Netz beförderte – quasi mit dem Pausenpfiff.

Halbzeitstand: 0:1
Sichtlich geschockt und niedergeschlagen ging unsere Mannschaft in die Kabine. Trainer Kraus nutzte die Pause, um das Team neu zu justieren – aber vor allem pushte sich die Mannschaft selbst nochmal und wollte Ihr wahres Gesicht zeigen: Es waren auch verletzungs- und wetterbedingt einige Wechsel nötig. Wer nun jedoch auf ein Feuerwerk unserer Jungs hoffte, wurde zunächst enttäuscht. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: mit vielen Fehlpässen, zu wenig Laufbereitschaft und kaum Offensivaktionen. Schulga hatte per Kopf noch einmal eine gute Möglichkeit nach einer Ecke, aber ansonsten blieb es weiter zäh.
In der 55. Minute dann der nächste Rückschlag: Tim Haberkorn zog aus etwa 25 Metern ab – ein echter Sonntagsschuss – und traf zum 0:2 für die SF Kondrau. Einige Zuschauer wollten sich bereits in Richtung Ausgang begeben, doch plötzlich kam unsere Mannschaft wie aus dem Nichts zurück ins Spiel.
Trainer Kraus stellte Schulga ins zentrale Mittelfeld – ein goldrichtiger Schachzug. Dieser übernahm sofort Verantwortung, riss das Spiel an sich und initiierte eine Angriffsserie. Das Team erspielte sich nun Chancen im Minutentakt. Schließlich wurde der flinke Ort im Strafraum gefoult – der souveräne Schiedsrichter Hummer entschied auf Elfmeter. Mahmoodzada übernahm und verwandelte sicher zum 1:2.
Jetzt brannte die Sportanlage in Schirnding!!! Unsere Jungs spielten plötzlich wie entfesselt: Pressing, Laufbereitschaft und Mut waren voll da. Nach erneuter Balleroberung durch Schulga schickte er Mahmoodzada auf die Reise. Der scheiterte zunächst noch am Torwart Schell aber im Nachschuss schob er den Ball zum vielumjubelten 2:2-Ausgleich ein.
In den verbleibenden zwei Minuten der Nachspielzeit wollte das Team den kompletten Turnaround schaffen, doch eine klare Torchance ergab sich leider nicht mehr.
Fazit:
Unsere Mannschaft spielt aktuell noch deutlich unter ihren Möglichkeiten – vor allem im mannschaftlichen Zusammenspiel (Passspiel, Laufwege, Abstimmung). Was sie jedoch zweifellos hat, ist eine herausragende Mentalität. Der unbedingte Wille, nie aufzugeben, war bereits letzte Woche beim Auswärtsspiel in Kirchenlamitz zu beobachten und wurde auch in diesem Heimspiel eindrucksvoll unter Beweis gestellt. An diese Moral gilt es nun anzuknüpfen und gleichzeitig die spielerischen Defizite konsequent anzugehen.
